Man page - iconv(1)

Packages contains this manual

Available languages:

en fr es da tr ja ru ro zh_TW zh_CN de

Manual

iconv

BEZEICHNUNG
ÜBERSICHT
BESCHREIBUNG
OPTIONEN
EXIT-STATUS
UMGEBUNGSVARIABLEN
DATEIEN
STANDARDS
GESCHICHTE
BEISPIELE
SIEHE AUCH
ÜBERSETZUNG

BEZEICHNUNG

iconv - Zeichenkodierung eines Texts in eine andere umwandeln

ÜBERSICHT

iconv [ Optionen ] [-f Quellkodierung ] [-t Zielkodierung ] [ Eingabedatei ] …

BESCHREIBUNG

Das Programm iconv liest Text in einer Zeichenkodierung und gibt den Text in einer anderen Zeichenkodierung aus. Falls keine Eingabedateien oder diese in Form eines Minuszeichens (-) angegeben werden, liest iconv aus der Standardeingabe. Wird keine Ausgabedatei angegeben, schreibt iconv in die Standardausgabe.

Falls die Quellkodierung und/oder Zielkodierung nicht angegeben ist, werden die Vorgaben dafür aus der Zeichenkodierung der aktuellen Locale abgeleitet.

OPTIONEN

--from-code= Quellkodierung
-f
Quellkodierung

verwendet die angegebene Quellkodierung für die Zeichen der Eingabe.

--to-code= Zielkodierung
-t
Zielkodierung

verwendet die angegebene Zielkodierung für die Zeichen der Ausgabe.

Falls die Zeichenkette //IGNORE an die Zielkodierung angehängt wird, dann werden nicht umwandelbare Zeichen verworfen und nach der Umwandlung eine Fehlermeldung ausgegeben.

Falls die Zeichenkette //TRANSLIT an die Zielkodierung angehängt wird, werden Zeichen »transliteriert« (umgeschrieben), falls das notwendig und möglich ist. Das bedeutet, dass ein im Ziel-Zeichensatz nicht darstellbares Zeichen durch ein oder mehrere ähnlich aussehende Zeichen dargestellt werden kann. Zeichen, die im Ziel-Zeichensatz nicht verfügbar sind, aber auch nicht umgeschrieben werden können, werden in der Ausgabe durch ein Fragezeichen (?) ersetzt.

--list

-l

listet alle bekannten Zeichensatzkodierungen auf.

-c

verwirft stillschweigend Zeichen, die nicht umgewandelt werden können, anstatt das Programm zu beenden, wenn solche Zeichen erkannt werden.

--output= Ausgabedatei
-o
Ausgabedatei

verwendet die angegebene Ausgabedatei für die Ausgabe.

--silent

-s

wird ignoriert; wird nur aus Kompatibilitätsgründen bereitgestellt.

--verbose

schreibt Fortschrittsinformationen in die Standardfehlerausgabe, wenn mehrere Dateien verarbeitet werden.

--help

-?

Benutzungshinweise ausgeben und beenden.

--usage

gibt eine kurze Aufrufzusammenfassung aus und beendet das Programm.

--version

-V

gibt für iconv die Versionsnummer, die Lizenz und einen Haftungsausschluss aus.

EXIT-STATUS

Null bei Erfolg, von Null verschieden bei Fehlern.

UMGEBUNGSVARIABLEN

Intern verwendet das Programm iconv die Funktion iconv (3), die wiederum auf gconv -Module zurückgreift (dynamisch geladene gemeinsame Bibliotheken), um von einer Zeichenkodierung in eine andere umzuwandeln. Vor dem Aufruf von iconv (3) muss das Programm iconv zuerst mittels iconv_open (3) einen Umwandlungsdeskriptor zuweisen. Die Vorgehensweise der letzteren Funktion wird durch das Setzen der Umgebungsvariable GCONV_PATH beeinflusst:

Falls GCONV_PATH nicht gesetzt ist, lädt iconv_open (3) die systemweite, von iconvconfig (8) erstellte gconv -Modulkonfigurationszwischenspeicherdatei. Anschließend werden, basierend auf der Konfiguration, die zur Umwandlung erforderlichen gconv -Module geladen. Falls die systemweite gconv -Modulkonfigurationszwischenspeicherdatei nicht verfügbar ist, wird die systemweite gconv -Modulkonfigurationsdatei verwendet.

Falls GCONV_PATH definiert ist (als eine durch Doppelpunkte getrennte Liste aus Pfadnamen), dann wird der systemweite gconv -Modulkonfigurationszwischenspeicher nicht verwendet. Stattdessen versucht iconv_open (3) zunächst die Verzeichnisse in GCONV_PATH in der dort angegebenen Reihenfolge nach Konfigurationsdateien zu durchsuchen, danach die systemweite gconv -Modulkonfigurationsdatei. Falls ein Verzeichnis keine gconv -Modulkonfigurationsdatei enthält, werden sämtliche eventuell enthaltenen gconv -Module ignoriert. Falls ein Verzeichnis eine gconv -Modulkonfigurationsdatei enthält und festgestellt wird, dass ein für die Umwandlung erforderliches Modul in diesem Verzeichnis verfügbar ist, dann wird das benötigte Modul von dort geladen; die Reihenfolge bestimmt, dass das zuerst in GCONV_PATH gefundene Modul geladen wird. Dies ermöglicht Benutzern, eigene Module zu verwenden und selbst die systemweit verfügbaren Module zu ersetzen, indem sie solche Module in GCONV_PATH -Verzeichnissen bereitstellen.

DATEIEN

/usr/lib/gconv

Üblicher gconv -Vorgabemodulpfad.

/usr/lib/gconv/gconv-modules

Übliche, systemweite Vorgabedatei für die gconv -Modulkonfiguration.

/usr/lib/gconv/gconv-modules.cache

Üblicher gconv -Modulkonfigurationszwischenspeicher.

Abhängig von der Architektur können sich die vorstehend genannten Dateien stattdessen in Verzeichnissen mit dem Pfad-Präfix /usr/lib64 befinden.

STANDARDS

POSIX.1-2008.

GESCHICHTE

POSIX.1-2001.

BEISPIELE

Text aus der Zeichenkodierung ISO/IEC 8859-15 in UTF-8 umwandeln:

$ iconv -f ISO-8859-15 -t UTF-8 < Eingabe.txt > Ausgabe.txt

Das nächste Beispiel wandelt von UTF-8 in ASCII um, mit Umschreibung, falls möglich:

$ echo abc ß α € àḃç | iconv -f UTF-8 -t ASCII//TRANSLIT
abc ss ? EUR abc

SIEHE AUCH

locale (1), uconv (1), iconv (3), nl_langinfo (3), charsets (7), iconvconfig (8)

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Mario Blättermann <mario.blaettermann@gmail.com> erstellt.

Diese Übersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezüglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG übernommen.

Wenn Sie Fehler in der Übersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Mailingliste der Übersetzer: debian-l10n-german@lists.debian.org .