Man page - sysupdate.features(5)

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SYSUPDATE.FEATURES

BEZEICHNUNG
ÜBERSICHT
BESCHREIBUNG
[FEATURE]-ABSCHNITTOPTIONEN
KENNZEICHNER
BEISPIELE
SIEHE AUCH
ANMERKUNGEN
ÜBERSETZUNG

BEZEICHNUNG

sysupdate.features - Definitionsdateien fĂŒr Optionale FunktionalitĂ€ten

ÜBERSICHT

/etc/sysupdate.d/*.feature
/run/sysupdate.d/*.feature
/usr/local/lib/sysupdate.d/*.feature
/usr/lib/sysupdate.d/*.feature

BESCHREIBUNG

»Optionale FunktionalitĂ€ten« sind FunktionalitĂ€ten, die durch systemd-sysupdate (8) bereitgestellt werden, die es Distributionen erlauben, einen Satz von sysupdate.d (5)-Übertragungsdefinitionen zu definieren, die dazu gedacht sind, vom Systemadministrator aktiviert oder deaktiviert zu werden.

Wenn eine FunktionalitĂ€t aktiviert ist, werden zugehörige Übertragungen betrachtet, wenn auf Aktualisierungen geprĂŒft und diese heruntergeladen werden, wenn DatentrĂ€ger bereinigt werden und in allen anderen Situationen. Effektiv werden Übertragungen, die zu einer FunktionalitĂ€t gehören, immer fest mit dem Rest ihres Ziels verzahnt aktualisiert. Dies ist der Hauptunterschied zwischen einer Optionalen FunktionalitĂ€t und der Komponente systemd-sysupdate (8). Wenn eine FunktionalitĂ€t deaktiviert ist, werden ihre Übertragungen nicht betrachtet, wenn auf Aktualisierungen geprĂŒft und diese heruntergeladen werden, aber systemd-sysupdate (8) wird sie weiterhin betrachten, wenn DatentrĂ€ger bereinigt werden und in anderen Situationen, bei denen die EigentĂŒmerschaft ĂŒber vorher heruntergeladene Systemressourcen bestimmt werden muss. systemd-sysupdate (8) wird alle Instanzen der Übertragungen der FunktionalitĂ€t bereinigen, wenn sie deaktiviert wird und sie damit effektiv deinstallieren.

Optionale FunktionalitĂ€ten werden durch Dateien sysupdate.d/*.feature beschrieben, die nachfolgend definiert sind. Übertragungen können mit der Einstellung Features= erklĂ€ren, dass sie zu einer FunktionalitĂ€t gehören. FunktionalitĂ€tsdefinitionen unterstĂŒtzen ErgĂ€nzungsdateien, die am hĂ€ufigsten dazu verwandt werden, die Einstellung Enabled= außer Kraft zu setzen. Sie können auch ausmaskiert werden, um die VerfĂŒgbarkeit der FunktionalitĂ€t komplett zu verstecken.

Jede Datei *.feature enthÀlt einen Abschnitt: »[Feature]«.

[FEATURE]-ABSCHNITTOPTIONEN

Dieser Abschnitt beschreibt die allgemeinen Eigenschaften dieser FunktionalitÀt.

Description=

Eine kurze, menschenlesbare Beschreibung dieser FunktionalitĂ€t. Dies kann als Kennzeichnung fĂŒr diese FunktionalitĂ€t verwandt werden, so dass die Zeichenkette mit einer Bedeutung belegt werden sollte, die sie von den in sysupdate.d/ verfĂŒgbaren FunktionalitĂ€ten hervorhebt.

HinzugefĂŒgt in Version 257.

Documentation=

Eine URL, die dem Benutzer gezeigt werden kann, um die FunktionalitĂ€t zu dokumentieren. Diese Einstellung unterstĂŒtzt Kennzeichnerexpansionen; nachfolgend finden Sie die unterstĂŒtzten Kennzeichner.

HinzugefĂŒgt in Version 257.

AppStream=

Eine URL zu einer AppStream catalog [1] -XML-Datei. Dies kann von Software-Verwaltungsprogrammen (wie »GNOME Software« oder »KDE Discover«) verwandt werden, um umfangreiche Metadaten ĂŒber diese FunktionalitĂ€t bereitzustellen. Dazu gehören Namen, Verlaufsprotokolle, Icons und weiteres. Diese Einstellung unterstĂŒtzt die Expansion von Kennzeichnern; die unterstĂŒtzten Kennzeichner werden weiter unten dargestellt.

HinzugefĂŒgt in Version 257.

Enabled=

Gibt an, ob diese FunktionalitĂ€t (nicht) aktiviert ist. Falls nicht festgelegt, ist diese FunktionalitĂ€t standardmĂ€ĂŸig deaktiviert.

HinzugefĂŒgt in Version 257.

KENNZEICHNER

In den Einstellungen Documentation= und AppStream= können Kennzeichner verwandt werden. Es werden die Folgenden verstanden:

Tabelle 1. VerfĂŒgbare Kennzeichner

Image grohtml-1206422-1.png

BEISPIELE

Beispiel 1. Entwicklungswerkzeuge fĂŒr Abbild-basiertes Betriebssystem

Als Beispielbetriebssystem wird das in sysupdate.d (5) beschriebene hypothetische »foobarOS« verwandt. Die große Mehrheit der Benutzer von foobarOS benötigen keine Compiler, kein Bausystem, Debugger und andere solche Entwicklungswerkzeuge als Teil ihres Betriebssystems. Die Entwickler von foobarOS selbst benötigen die VerfĂŒgbarkeit der Entwicklungswerkzeuge. Daher muss foobarOS ein Systemerweiterungsabbild (siehe systemd-sysext (8)) bereitstellen, das diese Entwicklungswerkzeuge enthĂ€lt, und dieses Abbild muss fest verzahnt mit dem zugrundeliegenden Betriebssystem aktualisiert werden. Dies ist ein wunderbarer Anwendungsfall fĂŒr eine optionale BetriebssstemfunktionalitĂ€t, daher wird sie als solche definiert:

# /usr/lib/sysupdate.d/devel.feature
[Feature]
Description=Entwicklungswerkzeuge
Documentation=https://developer.example.com/foobarOS/getting-started
Enabled=false

Obiges definiert die FunktionalitĂ€t »devel« und deaktiviert sie standardmĂ€ĂŸig. Jetzt wird eine Übertragung definiert, die das dieser FunktionalitĂ€t zuordnet:

# /usr/lib/sysupdate.d/50-devel.transfer
[Transfer]
Features=devel
ProtectVersion=%A

[Source]
Type=url-file
Path=https://download.example.com/
MatchPattern=foobarOS_@v_devel.raw.xz

[Target]
Type=regular-file
Path=/var/lib/extensions
MatchPattern=foobarOS_@v_devel.raw
Mode=0444
InstancesMax=2

Mit diesen zwei Dateien wurde eine FunktionalitÀt namens »devel« erstellt, die bei der Aktivierung die geeignete Version von »https://download.example.com/foobarOS_@v_devel.raw.xz« nach »/var/lib/extensions/foobarOS_@v_devel.raw« wÀhrend jeder Betriebssystemaktualisierung herunterlÀdt und entpackt.

Die Entwickler von foobarOS können die FunktionalitÀt »devel« auf ihren Maschinen durch Erstellung der folgenden ErgÀnzung aktivieren:

# /etc/sysupdate.d/devel.feature.d/enable.conf
[Feature]
Enabled=true

Beispiel 2. ProprietÀre Treiber

Nehmen wir an, dass die Benutzer von foobarOS eine von der Firma MVISUAL hergestellte GPU verwenden. Aufgrund fehlender Dokumentation und Schwierigkeiten beim Nachkonstruieren (»Reverse Engineering«) der Hardware, können die Open-Source-Treiber fĂŒr MVISUAL GPUs die verfĂŒgbare Graphik- und Rechenleistung nicht vernĂŒnftig ausnutzen. MVISUAL stellt einen proprietĂ€ren Treiber fĂŒr diese Karten bereit, der weiterverteilt werden darf und die Entwickler von foobarOS verteilen ihn weiter, um die BedĂŒrfnisse ihrer Benutzer zu berĂŒcksichtigen.

Der Treiber MVISUAL enthĂ€lt eine Reihe von verschiedenen Teilen, die zum Funktionieren installiert werden mĂŒssen: eine UKI-ErgĂ€nzung, um die Kernel-Befehlszeile zu konfigurieren, ein Initrd-System-Erweiterungsabbild, um das MVISUAL-Kernelmodul in die Initrd zu installieren und ein normales Systemerweiterungsabbild, um die proprietĂ€ren OpenGL- und Vulkan-Benutzerraumtreiber hinzuzufĂŒgen. Alle diese sollten in der Version fest mit dem Kernbetriebssystem verzahnt werden.

Zuerst wird eine optionale FunktionalitÀt names »mvisual-driver« definiert:

# /usr/lib/sysupdate.d/mvisual-driver.feature
[Feature]
Description=ProprietÀrer MVISUAL-GPU-Treiber
Documentation=https://support.example.com/foobarOS/mvisual
AppStream=https://metadata.example.com/mvisual-driver-%A.xml.gz

Beachten Sie, dass AppStream-Metadaten fĂŒr diese FunktionalitĂ€t definiert werden, da Software-Verwaltungsprogramme sie Endanwendern zeigen sollen. Als nĂ€chstes werden die entsprechenden Übertragungen definiert:

# /usr/lib/sysupdate.d/50-mvisual-userspace.transfer
[Transfer]
Features=mvisual-driver
ProtectVersion=%A

[Source]
Type=url-file
Path=https://download.example.com/
MatchPattern=foobarOS_@v_mvisual_userspace.raw.xz

[Target]
Type=regular-file
Path=/var/lib/extensions
MatchPattern=foobarOS_@v_mvisual.raw
Mode=0444
InstancesMax=2

# /usr/lib/sysupdate.d/70-mvisual-initrd.transfer
[Transfer]
Features=mvisual-driver
ProtectVersion=%A

[Source]
Type=url-file
Path=https://download.example.com/
MatchPattern=foobarOS_@v_mvisual_initrd.raw.xz

[Target]
Type=regular-file
Path=/EFI/Linux
PathRelativeTo=boot
MatchPattern=foobarOS_@v.efi.extra.d/foobarOS_mvisual.raw
Mode=0444
InstancesMax=2

# /usr/lib/sysupdate.d/90-mvisual-addon.transfer
[Transfer]
Features=mvisual-driver
ProtectVersion=%A

[Source]
Type=url-file
Path=https://download.example.com/
MatchPattern=foobarOS_@v_mvisual_addon.efi.xz

[Target]
Type=regular-file
Path=/EFI/Linux
PathRelativeTo=boot
MatchPattern=foobarOS_@v.efi.extra.d/foobarOS_mvisual.addon.efi
Mode=0444
InstancesMax=2

Beispiel 3. Schnittmenge von FunktionalitÀten

Nehmen wir an, dass MVISUAL einen besonderen Werkzeugssatz veröffentlicht, der Distributionsentwicklern bei der Fehlersuche in AbstĂŒrzen in ihren proprietĂ€ren Treibern hilft. Dazu wird eine Übertragung definiert:

# /usr/lib/sysupdate.d/50-mvisual-debugger.transfer
[Transfer]
RequisiteFeatures=devel mvisual-driver
ProtectVersion=%A

[Source]
Type=url-file
Path=https://download.example.com/
MatchPattern=foobarOS_@v_devel.raw.xz

[Target]
Type=regular-file
Path=/var/lib/extensions
MatchPattern=foobarOS_@v_devel.raw
Mode=0444
InstancesMax=2

Diese Übertragung wird nur verwandt, falls sowohl die FunktionalitĂ€t »devel« als auch »mvisual-driver« aktiviert sind.

SIEHE AUCH

systemd (1), systemd-sysupdate (8), sysupdate.d (5)

ANMERKUNGEN

1.

AppStream-Katalog

https://www.freedesktop.org/software/appstream/docs/chap-CatalogData.html

ÜBERSETZUNG

Die deutsche Übersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.

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