Man page - sane-airscan(5)
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SANE-AIRSCAN
BEZEICHNUNGBESCHREIBUNG
KONFIGURATION
GERĂTEKONFIGURATION
KONFIGURATIONSOPTIONEN
GERĂTE-AUSSCHLUSSLISTE
DEBUGGING
DATEIEN
UMGEBUNGSVARIABLEN
FEHLER UND UNTERSTĂTZUNG
SIEHE AUCH
AUTOR
ĂBERSETZUNG
BEZEICHNUNG
sane-airscan - SANE-Backend fĂŒr AirScan- (eSCL-) und WSD-Scanner und MFP
BESCHREIBUNG
sane-airscan ist das universelle Backend fĂŒr »treiberloses« Dokumenten-Scannen. Derzeit werden zwei Protokolle unterstĂŒtzt:
1. eSCL, auch als AirScan oder AirPrint-Scan bekannt
2. WSD, auch als WS-Scan bekannt
KONFIGURATION
sane-airscan lÀdt seine Konfigurationsdatei aus den folgenden Orten:
1. /etc/sane.d/airscan.conf
2. /etc/sane.d/airscan.d/*
Die Konfigurationsdateisyntax ist sehr Àhnlich der .INI-Dateisyntax. Sie besteht aus Abschnitten; jeder Abschnitt enthÀlt einige Variablen. Kommentare beginnen mit dem Zeichen »#« oder »;« und gehen bis zum Zeilenende.
# Dies ist ein Kommentar
[section 1]
Variable 1 = Wert 1 ; und ein weiterer Kommentar
Variable 2 = Wert 2
Leerzeichen vor und nach Variablennamen und -werten werden entfernt. Falls Sie sie erhalten möchten, stellen Sie den Namen oder den Wert in englische AnfĂŒhrungszeichen ("so wie hier").
GERĂTEKONFIGURATION
Falls der Scanner und der Computer im gleichen LAN-Segment verbunden sind, sollte alles Erwartete »einfach funktionieren«, ohne irgendwelche manuelle Konfiguration.
Allerdings kann in manchen FĂ€llen eine manuelle Konfiguration nĂŒtzlich sein, beispielsweise:
1. Falls der Computer und Scanner ĂŒber einen
IP-Router verbunden sind
2. Im Firmennetzwerk gibt es viele GerÀte, aber nur ein
paar davon sind
von Interesse
3. Die automatische Erkennung funktioniert
unzuverlÀssig
Um ein GerĂ€t manuell zu konfigurieren, fĂŒgen Sie den folgenden Abschnitt zur Konfigurationsdatei hinzu:
[devices]
"Kyocera eSCL" = http://192.168.1.102:9095/eSCL,
eSCL
"Kyocera WSD" =
http://192.168.1.102:5358/WSDScanner, WSD
"GerÀte, die ich nicht sehen möchte" =
disable
Der Abschnitt [devices] enthĂ€lt alle manuell konfigurierten GerĂ€te, eine Zeile pro GerĂ€t und jede Zeile enthĂ€lt einen GerĂ€tenamen auf der linken Seite der Gleichung und eine GerĂ€te-URL auf der rechten Seite, gefolgt vom Protokoll (eSCL oder WSD). Falls das Protokoll nicht angegeben ist, wird eSCL angenommen. Sie können ein bestimmtes GerĂ€t auch mit dem SchlĂŒsselwort disable an Stelle der URL deaktivieren.
ZusĂ€tzlich können Sie ein GerĂ€t manuell konfigurieren, indem Sie seine URL in einem GerĂ€tenamen ĂŒbergeben, ohne sie zur Konfigurationsdatei hinzuzufĂŒgen. Das Format ist hier Protokoll:GerĂ€tename:URL . Die obigen Beispiele können damit als escl:Kyocera eSCL:http://192.168.1.102:9095/eSCL und wsd:Kyocera WSD:http://192.168.1.102:5358/WSDScanner geschrieben werden.
Um die URLs der verfĂŒgbaren GerĂ€te herauszufinden, ist es am einfachsten, das Werkzeug airscan-discover (1) auf einem Computer auszufĂŒhren, der mit dem Scanner auf dem gleichen LAN-Segment verbunden ist. Im Erfolgsfall wird das Programm auf seiner Standardausgabe eine Liste von erkannten GerĂ€ten in einem Format rausschreiben, das fĂŒr die Einbindung in die Konfigurationsdatei geeignet ist.
Falls es nicht möglich ist, airscan-discover (1) in dem gleichen LAN-Segment wie der Scanner auszufĂŒhren, mĂŒssen Sie die aufwĂ€ndige Methode wĂ€hlen. Ihr Administrator muss die GerĂ€te-IP-Adressen kennen, lesen Sie das GerĂ€tehandbuch fĂŒr den eSCL-Port und die URL-Pfadkomponente ist höchstwahrscheinlich »/eSCL« (allerdings kann sie auf einigen GerĂ€ten auch anders lauten). Die Ermittlung von WSD-URLs auf diese Weise ist viel aufwĂ€ndiger, da es sehr schwer ist, den TCP-Port und den URL-Pfad zu raten (als im Falle von eSCL).
FĂŒr eSCL-GerĂ€te kann die URL auch dem Schema unix:// folgen, wie bei unix://Scanner.Socket/eSCL. Der Rechneranteil aus der URL ist ein Dateiname, nach dem in dem durch socket_dir festgelegten Verzeichnis gesucht wird (siehe unten). Bei der Verbindung mit dem Scanner wird sĂ€mtlicher Datenverkehr zu dem angegebenen UNIX-Socket statt zu einer TCP-Verbindung gesandt.
StandardmĂ€Ăig behandelt sane-airscan alle Scanner als ferne GerĂ€te. Das kann unerwĂŒnscht sein, falls ein Proxy konfiguriert wird, der von eSCL/WSD auf das SANE-Protokoll ĂŒbersetzt, da saned (8) alle GerĂ€te ignoriert, die nicht lokal angeschlossen sind. Durch Setzen von pretend-local = true kann sane-airscan ermöglichen, dass alle GerĂ€te fĂŒr den SANE-Netzwerk-Daemon zugreifbar sind.
KONFIGURATIONSOPTIONEN
In den Abschnitt [options] gehen verschiedene Optionen. Derzeit werden die folgenden Optionen unterstĂŒtzt:
[options]
; Falls es viele Scanner gibt und Sie nur an einigen davon
interessiert
; sind, schalten Sie die automatische Erkennung aus und
konfigurieren Sie
; die Scanner manuell.
discovery = enable | disable
; WĂ€hlen Sie aus, welche
SANE-Apps in einer GerÀteliste auftauchen:
; Scanner-Netzwerkname (die Vorgabe) oder den
Hardware-Modellnamen.
model = network | hardware
; Falls GerÀte sowohl eSCL-
als auch das WSD-Protokoll unterstĂŒtzen, kann
; Sane-airscan entweder das »beste« Protokoll
automatisch auswÀhlen oder
; dem Benutzer alle Varianten offenlegen und ihm eine
manuelle
; Protokollauswahl ermöglichen.
; Die Vorgabe ist »auto«.
protocol = auto | manual
; Die Ermittlung von
WSD-GerÀten kann »fast« (schnell) oder
»full«
; (vollstÀndig) erfolgen. Der Modus »fast«
arbeitet so schnell wie die
; DNS-SD-Ermittlung, kann aber in einigen FĂ€llen
unzuverlÀssig sein. Der
; Modus »full« ist langsam und zuverlÀssig.
Es ist auch möglich, die
; automatische Ermittlung von WSD-GerÀten zu
deaktivieren.
; Die Vorgabe ist »fast«.
ws-discovery = fast | full | off
; Scanner, die das Schema
unix:// in ihrer URL verwenden, können nur einen
; Socket-Namen (keinen vollstÀndigen Pfad) festlegen.
In dem hier
; festgelegten Verzeichnis wird nach dem Namen gesucht.
; Die Vorgabe ist /var/run.
socket_dir = /Pfad/zum/Verzeichnis
; Konfiguriert, ob eSCL- und
WSD-GerÀte so behandelt werden sollen,
; als ob sie lokal angebunden wÀren. Das
Standardverhalten betrachtet
; sie als ferne GerĂ€te, auf die ĂŒber das Netzwerk
zugegriffen wird.
; Diese Option muss geÀndert werden, wenn ein Scanner
ĂŒber Saned
; exportiert wird. Die Vorgabe ist »false«.
pretend-local = false | true
GERĂTE-AUSSCHLUSSLISTE
Diese FunktionalitĂ€t kann nĂŒtzlich sein, wenn Sie an einem sehr groĂen Netzwerk hĂ€ngen und es um Sie herum viele GerĂ€te gibt, von denen Sie aber nur wenige interessieren.
[blacklist]
model = "Xerox*" ; Ausschluss ĂŒber Modellname
name = "HP*" ; Ausschluss ĂŒber Netzwerkname
ip = 192.168.0.1 ; Ausschluss ĂŒber Adresse
ip = 192.168.0.0/24 ; Ausschluss des gesamten Subnetzes
Netzwerknamen kommen von DNS-SD, WS-Discovery stellt diese Information nicht zur VerfĂŒgung. Damit das Filtern nach Netzwerknamen funktioniert, muss Avahi aktiviert sein und die GerĂ€te mĂŒssen mittels DNS-SD erkennbar sein (nicht notwendigerweise als Scanner, es reicht, wenn WSD-Scanner als Drucker ĂŒber DNS-SD erkannt werden können).
Ausschlusslisten betreffen nur die automatische Erkennung und betreffen nicht die manuell konfigurierten GerÀte.
DEBUGGING
Sane-airscan stellt eine sehr gute Instrumentierung fĂŒr die Fehlersuche ohne physischen Zugriff auf das problematische GerĂ€t bereit.
Die Debugging-Einrichtungen können ĂŒber den Abschnitt [debug] der Konfigurationsdatei gesteuert werden.
[debug]
; Protokollieren auf der Konsole aktivieren oder
deaktivieren
enable = false | true
: Protokoll-Nachverfolgung
aktivieren und Ausgabeverzeichnis fĂŒr
; Nachverfolgungsdateien konfigurieren. Um einen Pfad
relativ zum Home-
; Verzeichnis festzulegen, starten Sie ihn wie in der Shell
mit einer
; Tilde, gefolgt von einem SchrÀgstrich, d.h.
»Ë/airscan/trace«. Das
; Verzeichnis wird automatisch erstellt.
trace = Pfad
; SĂ€mtlichen Verkehr zur
Nachverfolgungsdatei hexadezimal rausschreiben
; (sehr ausfĂŒhrlich!)
hexdump = false | true
DATEIEN
/etc/sane.d/airscan.conf , /etc/sane.d/airscan.d/*
Die Konfigurationsdatei des Backends.
/usr/LIBDIR/sane/libsane-airscan.so
Die dynamische Bibliothek, die dieses Backend implementiert.
UMGEBUNGSVARIABLEN
SANE_DEBUG_AIRSCAN
Falls diese Variable auf true oder einen von Null verschiedenen numerischen Wert gesetzt wird, dann werden Debug-Meldungen aktiviert, die auf die Standardfehlerausgabe geschrieben werden.
SANE_CONFIG_DIR
Diese Variable Ă€ndert den Suchpfad fĂŒr Konfigurationsdateien. Dies ist eine Doppelpunkt-getrennte Liste von Verzeichnissen. In diesen Verzeichnissen wird nach der Konfigurationsdatei airscan.conf und dem Unterverzeichnis airscan.d gesucht, bevor der Standardpfad ( /etc/sane.d ) durchsucht wird.
SANE_AIRSCAN_DEVICE
Diese Variable, falls gesetzt, setzt alle manuell in der Protokolldatei definierten GerĂ€te auĂer Kraft und deaktiviert die automatische Erkennung.
Sie besteht aus drei Parametern, die durch Doppelpunkte ( : ) getrennt sind:
"PROTO:GERĂTENAME:URL"
Wobei:
-
PROTO
entweder
escl
oder
wsd
ist.
-
GERĂTENAME
in der Liste der GerÀte
auftauchen wird.
-
URL
die GerÀte-URL ist, die das Schema
http:
oder
https:
verwendet.
Beispiele:
"escl:Kyocera
eSCL:http://192.168.1.102:9095/eSCL"
(eSCL)
"wsd:Kyocera
WSD:http://192.168.1.102:5358/WSDScanner"
(WSD)
Der Hauptzweck dieser Variable ist das automatische Testen des Backends sane-airscan .
FEHLER UND UNTERSTĂTZUNG
Falls Sie einen Fehler gefunden haben, reichen Sie auf der GitHub-Projektseite bitte eine Meldung (»issue«) auf Englisch ein: https://github.com/alexpevzner/sane-airscan .
SIEHE AUCH
sane (7), saned (8), scanimage (1), xsane (1), airscan-discover (1)
AUTOR
Alexander Pevzner <pzz@apevzner.com>
ĂBERSETZUNG
Die deutsche Ăbersetzung dieser Handbuchseite wurde von Helge Kreutzmann <debian@helgefjell.de> erstellt.
Diese Ăbersetzung ist Freie Dokumentation; lesen Sie die GNU General Public License Version 3 oder neuer bezĂŒglich der Copyright-Bedingungen. Es wird KEINE HAFTUNG ĂŒbernommen.
Wenn Sie Fehler in der Ăbersetzung dieser Handbuchseite finden, schicken Sie bitte eine E-Mail an die Mailingliste der Ăbersetzer: debian-l10n-german@lists.debian.org .